Flocke in Oberhof
11.01.2026
10.01.2026, Oberhof, Germany (GER): Fabien Claude (FRA), Emilien Jacquelin (FRA), Quentin Fillon Maillet (FRA), Eric Perrot (FRA), Isak Leknes Frey (NOR), Johannes Dale-Skjevdal (NOR), Martin Uldal (NOR), Vetle Sjaastad Christiansen (NOR), Jesper Nelin (SWE), Malte Stefansson (SWE), Martin Ponsiluoma (SWE), Sebastian Samuelsson (SWE) - IBU World Cup Biathlon, pursuit men, Oberhof (GER). www.biathlonworld.com © Heilwagen/IBU. Handout picture by the International Biathlon Union. For editorial use only. Resale or distribution is prohibited.

Hochspannung bei Männer-Staffel

Fünfkampf beim Biathlon: Die Männer-Staffel beim BMW IBU Weltcup Biathlon in Oberhof entwickelte sich vor 19.000 begeisterten Zuschauern bei traumhaftem Wetter zu einem echten Krimi. In einem hochklassigen und bis zur Zielgeraden offenen Rennen setzte sich Norwegen hauchdünn vor Frankreich und Schweden durch. Deutschland verpasste das erste Staffel-Podest der Saison als Fünfter nur ganz knapp. 

Doch der Reihe nach: Die deutsche Staffel ging ohne den erkrankten Philipp Horn ins Rennen, Norwegen musste auf seine Topstars Johan-Olav Botn und Sturla Holm Lægreid verzichten, die in Oberhof nicht am Start waren. 

Startläufer Justus Strelow eröffnete für das DSV-Team solide. Mit jeweils einem Nachlader im Liegend- und Stehendschießen hielt er den Rückstand in Grenzen. Während Fabien Claude (Frankreich) und Isak Leknes Frey (Norwegen) fehlerfrei blieben, übergab Deutschland auf Rang fünf. „Ein leichtes Lüftchen war drin, aber gut beherrschbar. Stehend war ich etwas zu zögerlich – dann kam gleich der Fehler, da musste ich nachlegen“, bilanzierte Strelow.

In der zweiten Gruppe wurde das Rennen komplett durcheinandergewirbelt. Emilien Jacquelin und Johannes Dale-Skjevdal mussten beide zwei Mal in die Strafrunde, während Lucas Fratzscher für Deutschland mit einer starken Vorstellung glänzte. Angetrieben von der Stimmung am Birxsteig blieb er nervenstark und brachte das DSV-Team mit insgesamt nur einem Nachlader in Schlagdistanz. „Die Fans haben mich den Birxsteig hochgepeitscht, im Stadion und beim Schießen begleitet – da wollte ich etwas zurückgeben“, sagte Fratzscher, der auf Rang drei übergab, hinter der Schweiz und Tschechien.

Philipp Nawrath brachte Deutschland zwischenzeitlich sogar in Führung, hatte dann aber –wie schon in der Verfolgung – beim Stehendschießen Probleme. Er benötigte alle drei Ersatzpatronen und konnte die Strafrunde gerade so vermeiden. „Ich habe versucht, mich vor dem Stehendschießen zu beruhigen und zu fokussieren – das hat leider hier nicht ganz funktioniert“, so Nawrath nach dem Rennen selbstkritisch. Besser machten es der Norweger Martin Uldal und der Franzose Quentin Fillon Maillet, die bei beiden Schießeinlagen alle Scheiben abräumten. Norwegen und Deutschland kamen nahezu zeitgleich zum letzten Wechsel. Im Windschatten folgte Schweden, das von Martin Ponsiluoma eindrucksvoll an die Spitzengruppe herangeführt wurde. Nur wenige Sekunden dahinter lauerte auch Frankreich – die Bühne für einen packenden Staffel-Showdown war bereitet.

Schlussläufer David Zobel zeigte gegen die Weltklasse-Konkurrenz keine Nerven. Nach dem Liegendschießen brachte er Deutschland unter großem Jubel in der ARENA am Rennsteig erneut in Führung. Nach dem letzten Schießen entwickelte sich dann ein Biathlon-Fünfkampf der Extraklasse. Eric Perrot ging als erster in die Schlussrunde, dicht gefolgt von Vetle Sjaastad Christiansen, knapp dahinter nahmen Zobel, Sebastian Samuelsson und Tommaso Giacomel die Verfolgung auf. Das hatte es lange nicht gegeben: Fünf starke Läufer kämpften mit einem Abstand von insgesamt zwölf Sekunden um den Sieg. Christiansen setzte dann kurz vor dem Ziel die entscheidende Attacke gegen Perrot und sicherte Norwegen mit 2,6 Sekunden Vorsprung den emotionalen Sieg vor Frankreich. 

Direkt dahinter kämpfte Zobel zwar bravourös gegen Samuelsson, musste den laufstarken Schweden aber den Vortritt lassen. Auch Oberhof-Doppelsieger Giacomel zog auf der Zielgerade noch am Deutschen vorbei. „Es was unfassbar geil an so einem Tag, bei dem Wetter und dieser Stimmung. Ein Nachlader weniger und ein bisschen mehr Kraft in der Schlussrunde – dann wäre es perfekt gewesen. Aber dieser Tag bleibt mir für immer in Erinnerung“, sagte Zobel.

Platz fünf mit 5,4 Sekunden Rückstand auf Norwegen zeigen aber: Das DSV-Team kann an einem guten Tag auch bei Olympia für eine Überraschung sorgen und ist auf Schlagdistanz zur Weltspitze. Norwegen, Frankreich und Schweden sind momentan eine Bank und vor allem läuferisch jederzeit in der Lage Strafrunden auf den Rest des Feldes zu kompensieren. 

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