Giacomel feiert nächsten Sieg in Oberhof
Vor ausverkaufter Kulisse in der ARENA am Rennsteig hat Tommaso Giacomel seinen Doppelschlag beim BMW IBU Weltcup Biathlon in Oberhof perfekt gemacht. Der Italiener setzte sich nach einem hochdramatischen Rennen gegen den Norweger Martin Uldal und den Schweden Sebastian Samuelsson durch – und übernahm nach seinem Sieg im Sprint am Donnerstag damit auch das Gelbe Trikot des Gesamtweltcup-Führenden.
Giacomel mit starkem Finish
Giacomel zeigte in der Verfolgung große Nervenstärke. Zwar musste er bei den ersten drei Schießen insgesamt sechsmal in die Strafrunde, doch beim entscheidenden vierten Schießen blieb der Italiener eiskalt: 19,4 Sekunden benötigte er für seine fehlerfreie Schnellfeuereinlage – der Schlüssel zum Sieg. Auf der Schlussrunde konnte er den heranstürmenden Uldal gerade noch in Schach halten und lief als Erster ins Ziel (37:15,4 Minuten, sechs Strafrunden).
Uldal verspielt den Sieg beim letzten Schießen
Vor dem letzten Schießen sah alles nach einem norwegischen Erfolg aus. Uldal hatte sich einen Vorsprung von rund 40 Sekunden herausgearbeitet. Doch der Sprint-Fünfte zeigte Nerven, musste dreimal in die Strafrunde und wurde Zweiter (+4,5 Sekunden, vier Strafrunden). Platz drei sicherte sich Sebastian Samuelsson, der auf der letzten Runde noch zahlreiche Topläufer überholte (+8,8 Sekunden, sechs Strafrunden).
Nawrath verliert nach starkem Beginn den Anschluss
Die deutschen Hoffnungen ruhten vor allem auf dem Sprint-Zweiten Philipp Nawrath. Nach zwei Schießeinlagen lag der DSV-Athlet zwischenzeitlich sogar in Führung und sorgte für große Euphorie bei den 20.500 bestens aufgelegten Oberhofer Fans. Bei den Stehend-Einlagen verlor der Nesselwanger mit fünf Fehlern jedoch den Anschluss und belegte am Ende als bester DSV-Athlet Rang 14 (+45,5 Sekunden, sieben Strafrunden). „Es war nicht so windig, es war beherrschbar. Ich wollte Druck machen, war vielleicht etwas zu harsch unterwegs und habe mein eigenes Rennen ein bisschen vernachlässigt. Stehend habe ich bisher gut gearbeitet – heute sollte es leider nicht sein“, erklärte Nawrath im Ziel.
Weitere deutsche Ergebnisse
David Zobel kam als zweitbester Deutscher auf Platz 22 ins Ziel (+1:32,6 Minuten, sechs Strafrunden). Der Oberhofer Lucas Fratzscher belegte Rang 27 (+2:00,0 Minuten, vier Strafrunden). Mit deutlichem Rückstand aus dem Sprint gingen Justus Strelow und Johannes Kühn ins Rennen. Beide konnten sich jedoch deutlich verbessern. Strelow machte elf Plätze gut und wurde 35. (+2:26,1 Minuten, drei Strafrunden). Kühn verbesserte sich vom 60. auf 37. Platz (+2:29,7 Minuten, vier Strafrunden). Nicht am Start war Philipp Horn, der nach einem Infekt kurzfristig keine weiteren Rennen an diesem Weltcup-Wochenende bestreitet.